NDGGRANT 2025: Eingabe verlängert bis Sonntag, 14. Dezember 2025

Liebe Kolleg:innen

NDGGRANT unterstützt NDG-Mitglieder bei ihren beruflichen Aktivitäten zur Erforschung, Diskussion und Verbreitung von Designgeschichte und Designkultur. Wenn Du an einem Projekt arbeitest, das von einem 5’000 CHF Stipendium profitieren könnte, dann bewirb dich. Die Details und die Konditionen zur Teilnahme findest du hier.

Wir verlängern die Eingabefrist bis zum 14. Dezember 2025.

Mit freundlichen Grüssen
Der Vorstand Netzwerk Designgeschicht

Würdigung NDGGRANT 2024

Publikationsprojekt «Frauen im Schweizer Grafikdesign
1900–1980»

Seit den Anfängen der Professionalisierung des Schweizer Grafikdesigns im späten 19. Jahrhundert entwarfen zahlreiche Grafikerinnen Plakate, illustrierten Bücher, gestalteten Broschüren, Werbeanzeigen, Verpackungen und Ausstellungen. Sie besuchten die Grafik-Fachklassen der kunstgewerblichen Schulen, gründeten eigene Ateliers oder arbeiteten für namhafte Agenturen. Dennoch sind Grafikerinnen bis auf wenige Ausnahmen durch das Raster der Designgeschichtsschreibung gefallen, ihre Biografien und Werke häufig vergessen.

Die Publikation ist ein Folgeprojekt der 2024 in der Plakatsammlung Basel gezeigten Ausstellung “Rid the Grid”. Auch die Publikation setzt sich zum Ziel, mit präzis ausgewählten Positionen die Sichtbarkeit von Frauen in der Schweizer Designgeschichte zu erhöhen. Rund 25 Grafikerinnen aus der ganzen Schweiz, die zwischen 1900 und 1980 tätig waren, werden in Bild und Text vorgestellt und ihr Werk in den design-, sozial- und wirtschaftshistorischen Kontext eingebettet. Welche Ausbildungs- und Berufswege haben die Grafikerinnen verfolgt, welche Sparten standen ihnen offen, waren sie auch im Ausland erfolgreich? Das grafische Werk der Protagonistinnen wird in einen designhistorischen Kontext eingebettet. Dazu gehören stilistische Zuordnungen ebenso wie der Miteinbezug der sich im Verlauf des 20. Jahrhunderts verändernden technischen Möglichkeiten.

Die Relevanz, Dringlichkeit und Sorgfalt des Projekts haben die Jury überzeugt und verleihen den drei Initiatorinnen und Autorinnen Sandra Bischler, Isabel Koellreuter und Franziska Schürch den NDGGRANT 2024.

NDGGRANT Special mentions:

Hans Corays Vorwissen beim Entwurf des Landi-Stuhls

Sébastien El Idrissi zeigt mit seinem Vorschlag, wie wichtig die genaue Beschäftigung mit dem Vorwissen von Designschaffenden ist, um einen Entwurf zu verstehen. Das Wissen um Corays ethnografische Untersuchungen von landwirtschaftlichen Gerätschaften kann die Entwurfsentscheide besser erklären. Aufgrund seines kuratorischen Potentials erhält das Projekt «Hans Corays Vorwissen beim Entwurf des Landi-Stuhls» eine Special Mention der Jury.


Von Elefantenfüssen – Form, Konnotation und Inspiration im Produktdesign

Gianna Rovere zeigt, welche gewundenen Wege Inspirationen im Produktdesign nehmen. Zum Beispiel der Elefant: er taucht als Sprichwort, als formale Anleihe oder als inhaltlicher Verweis in zahlreichen Entwürfen auf. Diesen überraschenden Hinweisen nachzugehen und sie zur Sprache zu bringen, macht diesen Vorschlag bemerkenswert. Aufgrund der Originalität des Vermittlungsformats erhält das Projekt «Von Elefantenfüssen – Form, Konnotation und Inspiration im Produktdesign» eine Special Mention der Jury.

Ekistiks: Archive of the Urban Age. Designing a research method

Eric Häuser und Simon Nougué erschliessen mit digitalen Visualisierungswerkzeugen die Inhalte eines Magazins zum Thema Stadtplanung. Sie untersuchen damit den Wert, den Bilder, Modelle und Visualisierungen als autonome Wissensgeneratoren haben und ob sie uns zu einem neuen, visuellen Verständnis von Geschichte verhelfen. Aufgrund des innovativen digitalen Forschungsansatzes erhält das Projekt «Ekistiks: Archive of the Urban Age. Designing a research method» eine Special Mention der Jury.

NDGGRANT

NDGGRANT unterstützt Projekte von NDG-Mitgliedern, die sich in unterschiedlichen Formen mit Designkultur und Designgeschichte befassen und wird jährlich ausgeschrieben.

Ziel
Mit dem NDGGRANT unterstützen wir NDG-Mitglieder bei ihren beruflichen Aktivitäten zur Erforschung, Diskussion und Verbreitung der Designgeschichte. Mitglieder können sich mit einem Projekt bewerben, um finanzielle Unterstützung, Anerkennung, nationale und internationale Vernetzung und Sichtbarkeit zu erhalten. Damit fördert das NDG qualitativ hochwertige, originelle Vorschläge, welche die vielseitigen Praktiken des «Designgeschichte-Machens» in der Schweiz stärken.

Unterstützt werden u. a. folgende Bereiche: die Veröffentlichung von Publikationen, das Kuratieren von Ausstellungen, die Organisation eines Symposiums, die Gestaltung eines Gefässes für Zusammenarbeit und Öffentlichkeit sowie Forschungstätigkeiten. Das Stipendium fördert vor allem Projekte, die wenig bekannte und kaum erforschte Themenfelder oder aktuelle und neu entstehende designhistoriografische Methoden erschliessen.

Teilnahmeberechtigung
Die Bewerber:innen müssen im Jahr der Projekteingabe Mitglied des NDG sein.

Auswahlkriterien
Folgende Kriterien werden die Auswahl der Projekte definieren: (1) Originalität des Konzepts, (2) Relevanz in Bezug auf Designgeschichtsschreibung, (3) überzeugende Form der Vermittlung.